Warum Wanne-Eickel ein Pferd im Wappen hat
Wenn der Graf von Herten auf der Jagd war, ärgerte
er sich immer über die Cranger und Hertener, die längst das letzte Wildpferd
hätten einfangen sollen. Oft fand er einen Hirsch, ein Reh oder einen Hasen
verendet, und er schob alles dem letzten Wildpferd zu. In Crange aber hatte man
beschlossen, daß Bernd, der schlaueste Wildpferdefänger, das letzte
Wildpferd einfangen sollte.
Also machte Bernd sich auf und ging
in den Hertener Busch. Hier ließ er sich auf einer alten Eiche nieder.
Als es mittag schlug und er gerade etwas schlafen wollte, hörte er
ein Wiehern, und da kam das letzte Wildpferd. Ein Paar Hasen und Rehe waren
auf der Flucht. Gleich mußte es den Kopf durch die Schlinge stecken,
die Bernd aufgehängt hatte. Da, es lief hinein! Bernd zog die Schlinge
zu. Als dem Pferd die Luft ausging, ließ sich Bernd auf seinen Rücken
fallen, legte ihm ein Halfter um und ritt auf ihm nach Crange. Die neugierigen
Cranger, die auf der Straße warteten, verzogen sich schnell in ihre
Häuser, denn das Pferd warf einige Milchflaschen und einen Heuwagen
um. Schließlich brachte es ein Bauer in den Stall, und es verbrachte
seine letzten Jahre auf einem Bauernhof in Crange.
Aber das letzte Wildpferd lebt weiter
im Wanne-Eickeler Stadtwappen.
(Quelle: Festschrift
zum 75jährigen Bestehen)
Nach der Zusammenlegung der beiden Städte
Herne und Wanne-Eickel übernahm die neue Stadt Herne das Pferd in
ihr heutiges Wappen.